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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Daniela Weingärtner zur EU-Asylpolitik

Regensburg (ots) - Es ist ein Skandal und kurzsichtig dazu. Wenn die europäische Gemeinschaft nicht bereit ist, sich an den Kosten für Logis und menschenwürdige Versorgung der Syrienflüchtlinge in deren Nachbarländern zu beteiligen, dann wandern die Menschen weiter Richtung Europa. Was bleibt ihnen auch sonst übrig. Diesen Zusammenhang haben Europas Politiker zu spät erkannt. Schon das ist unverzeihlich. Aber obwohl sich inzwischen von Portugal bis Polen herumgesprochen hat, dass es nichts hilft, den Kopf in den Sand zu stecken, ändert sich nichts. Die EU-Länder geizen weiter mit finanzieller und personeller Unterstützung. Statt auf Solidarität setzen viele inzwischen auf Mauern und Zäune. Das hält die verzweifelten Menschen nicht auf, ruiniert aber den Zusammenhalt in Europa. Wenn alle Nachbarn die Grenzen dichtmachen und das einzige Schlupfloch Richtung Deutschland offenbleibt, dann wird die Belastung dort mittelfristig zu groß. Doch wenn die EU-Länder die Schlagbäume tatsächlich wieder aufbauen, dann werden die kleinen Mitgliedsländer die gegenseitige Ausgrenzung stärker spüren als das große und ökonomisch starke Deutschland. Das Europa der offenen Grenzen könnte schon bald Geschichte sein. Das Flüchtlingsproblem aber wird bleiben.

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