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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Kirchenaustritten: Reden ist ein guter Anfang, von Isolde Stöcker-Gietl

Regensburg (ots) - Die Familiensynode in Rom hat gezeigt, wie schwer es der Kirche weiterhin fällt, sich an die Lebenswirklichkeit der Menschen anzunähern. Scheidungen, Lebenspartnerschaften, Patchworkfamilien - das sind Themen, die das Zusammenleben heute bestimmen. Ob die Kirche diese Lebensformen akzeptiert, ist immer mehr Menschen egal, aber eben nicht allen. Es gibt Gläubige, die sich wünschen würden, in ihrer Situation auf den Segen der Kirche vertrauen zu können. Doch diese Erwartungen konnte die Familiensynode wohl nicht erfüllen. Wer nicht nach den Regeln der Kirche lebt, bleibt auch in Zukunft nur geduldet. Die Gläubigen werden darauf reagieren - mit weiter steigenden Zahlen bei den Kirchenaustritten. Dessen ist man sich im Bistum Regensburg bewusst und hat eine neue Initiative gestartet. Jetzt wird endlich geredet - und das ist gut! Denn wer vor dem Austritt noch den Kontakt sucht, der hat nicht ganz mit der Kirche abgeschlossen. Wie der Pilotversuch von Pfarrer Ammer zeigt, sind das gar nicht so wenige Gläubige. Wenn die Wut verraucht ist, ist vielleicht Platz geschaffen für einen Neuanfang. Aber selbst wenn dieser Neuanfang nicht mehr unter dem Dach der Kirche sein kann, hat sich das Gespräch dennoch gelohnt. Denn Bischof Rudolf Voderholzer wird in Zukunft sehr viel genauer wissen, was die Gläubigen vertreibt. Es liegt an der Kirche, daraus Lehren zu ziehen.

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