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Mittelbayerische Zeitung: Ohne jede Rücksicht
Kommentar zum Behindertensport

Regensburg (ots) - Ob man seinen Kindern Leistungssport empfehlen kann, ist immer wieder mal die Frage. Dass er ob der körperlichen Belastungen nicht gesund sein kann, ist klar. Dass er ob der Gefahr zu all den gefärdenden Doping-Manipulationen immer gefährlicher wird, ist auch nicht neu. Und dass, wenn es um immer mehr Geld geht, im Profisport Menschliches oft auf der Strecke bleibt, ist auch bestens bekannt. Und doch glaubt man, dass es immer noch Bereiche gibt, in denen es anders zugeht. Anders zugehen sollte. Dort, wo es um nicht so viel Geld geht vielleicht? Dort, wo Sport ein bisschen am Rande stattfindet und noch vermeintlich unverdorbener ist? Man könnte meinen, dass der Behindertensport so ein Bereich sein sollte. Die hiesigen Parakanu-Schicksale zeigen: Solche Gedanken sind naiv. Leistungssport ist unerbittlich: Wer sich darauf einlässt, muss sich wohl auf Spielregeln einlassen, die einem nur bedingt gefallen müssen. Menschen, die lange auf ein Ziel hingearbeitet haben, werden ohne Rücksicht auf Verluste ausgetauscht. Wenn es sein muss, von einem Moment auf den anderen. Namen sind Schall und Rauch. Jeder ist ersetzbar. Der nächste bitte! Die Sportler - egal, ob nicht-behindert oder behindert, sind zumeist das letzte Glied der Kette. Sie werden zum Schluss befragt, was sie gut finden und was nicht. Selbst die Funktionäre der eigenen Sportart setzen sich nicht ein für sie. Es könnte ja zum persönlichen Nachteil sein. Sportler über die Klinge springen zu lassen, ist kein Problem, solange nur die Sportart vermeintlich im Rampenlicht bleibt. Und damit man selbst.

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