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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Ulrich Krökel zu Russlands Syrien-Politik

Regensburg (ots) - Die russischen Luftangriffe in Syrien sollten niemanden überraschen. Die Signale der vergangenen Tage deuteten bereits klar in diese Richtung, insbesondere die Waffenlieferungen an das Assad-Regime. Mehr noch: Die gesamte russische Außenpolitik folgt spätestens seit der Annexion der ukrainischen Krim vor anderthalb Jahren den Gesetzen der Militarisierung. Dabei geht es Kremlchef Wladimir Putin auch im aktuellen Fall nur in zweiter oder dritter Linie um den Krieg in Syrien und den IS-Terror. Wichtigstes Ziel des Kremls ist es, imperiale Stärke zu demonstrieren. In Wirklichkeit ist diese Strategie ein beängstigendes Zeichen der Schwäche. Putin hat es seit seinem Amtsantritt vor 15 Jahren versäumt, sein Riesenreich zu modernisieren und wirtschaftlich zu stärken. Nun droht der Koloss auf seinen tönernen Füßen eher früher als später zusammenzubrechen. Das Wissen um diese Hintergründe macht die Sache für den Westen allerdings nicht leichter. Niemand in Berlin, Brüssel oder Washington hat eine Idee, wie der mit Berechnung irrlichternde Putin wieder eingefangen werden könnte. Schlimmer noch: In diesen Tagen wird immer klarer, dass es dem Westen seinerseits an eigener Stärke und vor allem an einer weltpolitischen Strategie fehlt. Syrien, Afghanistan (Kundus!), Irak, Ukraine, Griechenland, Flüchtlingskrise: In diese Wunden kann Putin Salz streuen.

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