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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Claudia Bockholt zu Bayern-Ei/Salmonellen

Regensburg (ots) - Wie Hohn klingt der Satz der Ministerin in den Ohren, die Behörden hätten "schnell und konsequent zum Schutz der Verbraucher reagiert". Schon Anfang Juni berichtete der Bayerische Rundfunk von der Umetikettierung abgelaufener Eier in Stefan Pohlmanns Betrieben. Seit einem Jahr laufen Ermittlungen, weil möglicherweise Bayern-Ei die Salmonellen in die Welt setzte, an denen Hunderte erkrankten und die mindestens zwei Leben kosteten. Schnell und konsequent? Schon Mitte der 90er Jahre stand Pohlmann im Zentrum eines Lebensmittelskandals. Er und sein Vater, der "Hühnerbaron" Anton Pohlmann, hatten zur Desinfektion Nikotin in den Legebatterien verspritzen lassen. Als er in Deutschland nicht mehr produzieren durfte, wanderte der Senior aus, konnte mit seinen unsauberen Produktionsmethoden aber nirgends dauerhaft Fuß fassen. Sein Sohn machte weiter. Jahrzehnte nach den ersten Pohlmann-Festnahmen könnte er demnächst auf der Anklagebank sitzen: wegen Körperverletzung oder Schlimmerem. Schnell und konsequent? Großunternehmen - siehe auch Müller-Brot - wird häufig lange geduldig zugesehen, bis die Behörden einschreiten. Sogar wenn - wie jetzt im Fall Bayern-Ei - Gefahr für Leib und Leben droht. Schnell und konsequent sollten die Verbraucher reagieren: Für spottbillige Eier, das müsste allmählich auch der dümmste Sparfuchs begriffen haben, zahlt man einen hohen Preis.

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