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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Marianne Sperb zum Kulturgutschutzgesetz

Regensburg (ots) - Menschen reagieren recht vorhersehbar, wenn es um ihr Eigentum geht: Ist es in Gefahr, werden sie versuchen, es in Sicherheit zu bringen. Mit dem scharfen Protest der Künstler, Händler und Sammler hätte Monika Grütters also rechnen können. Vorerst ist die Kommunikation gekappt: Offenbar braucht die Kulturstaatsministerin Zeit zum Nachfeilen. Die Idee erhielt zunächst viel Beifall: Der skandalöse Verkauf der Warhol-Bilder aus NRW durch die Portigon AG, abgesegnet von der Landesregierung, und der Handel mit geraubten Antiken aus Kriegsgebieten waren der Antrieb für das geplante Gesetz. Gut gemeint - aber nicht gut gemacht. Die Kluft zwischen schöner Absicht und schlechter Wirkung zeigte sich zuletzt am Thema NS-Raubkunst: Wegen des hohen Aufwands für Provenienzforschung lassen Museen im Zweifel lieber die Finger von Werken der klassischen Moderne, die Folge: die Kunst verschwindet in den Safes privater Sammler. Die neuen Ausfuhrregeln könnten jetzt sogar die Restitution von NS-Raubkunst behindern. Die Novelle in ihrer bisherigen Fassung lässt Kollateralschäden fürchten und wirft Fragen auf. Das beginnt schon bei der Definition: Kulturgut ist, heißt es da schwammig, "jede bewegliche Sache" aus Geschichte, Wissenschaft und Kunst. Alles klar?

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