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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Burnout bei Kindern: Glück braucht kein Abi von Katia Meyer-Tien

Regensburg (ots) - Es sind zwei Meldungen dieser Tage, die so gut zusammenpassen, dass man fast nicht an einen Zufall glauben mag. Deutsche Schüler leiden auf der Jagd nach einem guten Abitur unter zunehmendem Leistungsdruck, Fälle von Burnout sind keine Seltenheit mehr. Und: Deutsche Handwerker leiden unter Nachwuchsmangel, 20 000 Lehrstellen konnten im vergangenen Jahr nicht besetzt werden. Auch deswegen, weil immer mehr Schüler an die Hochschulen streben, statt eine Lehre oder Ausbildung zu beginnen. Selbstverständlich ist es positiv, wenn eine Gesellschaft Bildung sehr schätzt. Fraglos ist auch, dass ein Hochtechnologiestandort wie Deutschland auf Akademiker angewiesen ist. Da ist es gut, wenn das Bildungssystem darauf ausgerichtet ist, grundsätzlich jedem den Weg an die Hochschule zu ermöglichen. Auch die Ausdifferenzierung des Gymnasiums in G8 und G9 kann da sinnvoll sein. Was aber nicht heißen darf, dass jeder Abitur machen und studieren muss. Zumal die vermeintliche Höherwertigkeit des akademischen Abschlusses ja nur eine gefühlte ist: Verdienst, Zufriedenheit und Karrierechancen sind bei so manchem Handwerker deutlich höher als bei vielen Universitätsabsolventen: Es gibt ein gutes Leben auch ganz ohne Abitur und Studium.

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