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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Christine Hochreiter zur Absetzung Andy Borgs als Musikantenstadl-Moderator

Regensburg (ots) - Nein, ich schaue mir den Musikantenstadl ganz bestimmt nicht regelmäßig und schon gar nicht am Stück an. Aber ich bleibe beim Zappen schon mal hängen. Volks- oder vielmehr volkstümliche Musik ist nicht so mein Ding. Ich bin auch kein Fan von Andy Borg, habe aber auch nichts gegen ihn. Ich meine sogar, dass er seinen Job ziemlich gut macht. Aber ich kenne durchaus viele Menschen, die sich auf und über diese Sendung freuen, die sie für ein paar Stunden ihre Sorgen - und vielleicht auch Schmerzen - vergessen lässt. Zugegebenermaßen sind es tendenziell eher ältere Leute. Aber was ist daran so schlimm? Im übrigen handelt es sich meist um Menschen, die seit Jahrzehnten treu ihre Fernsehgebühren bezahlt haben. Viele sind älter als der zum Moderieren viel zu alte Moderator, der mit 54 Jahren nun dem Jugendwahn der Fernsehmacher geopfert wird. Diese abrupte Entscheidung zeugt nicht gerade von strategischem Weitblick, sondern vielmehr von hektischem Aktionismus. Schließlich gibt es noch nicht einmal ein fertiges Zukunftskonzept. Vier Millionen Zuseher sind den TV-Regenten nicht mehr genug. Dabei bedeutet das im Zeitalter der medialen Diversifizierung immer noch eine Traum-Quote. Sie wollen krampfhaft ein Format verjüngen, das auch mit einem hippen Jung-Star nicht cooler wird. Auf "ZeitmagazinOnline" findet man genau dazu den passenden Leser-Kommentar: "Kann den Nekrophilen beim Staatsfernsehen nicht mal jemand klarmachen, dass junge Leute unter 60 keinen Bock mehr auf den Quatsch haben ...?" Warum lässt man den Leuten dann also nicht einfach ihren Andy Borg?

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