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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zur US-Justiz: Peinliche Erkenntnis von Thomas Spang

Regensburg (ots) - Unnachgiebige Härte gegen Kriminelle in Frage zu stellen, galt in den USA lange Zeit als politischer Selbstmord. Das hat sich geändert. Zunächst einmal ging die Gewalt in den Städten dramatisch zurück. Warum können selbst Experten nicht genau sagen, da diese Entwicklung etwa auch in Kanada und Europa zu verzeichnen ist. Einiges spricht für die Alterung der westlichen Gesellschaften. Darüber hinaus kostet es den Staat eine Menge Geld, 2,3 Millionen Bürger oft wegen kleiner Straftaten für Jahre ins Gefängnis zu stecken. Die Bundesstaaten geben heute pro Kopf mehr für einen Gefangenen aus als für ihre Studenten. Schließlich haben Ferguson und New York das Bewusstsein für die Verzerrungen im Umgang mit Minderheiten geschärft. Das trifft nicht nur auf das Verhalten der Polizei zu, sondern auch auf die Verhängung von Strafen. Obwohl Schwarze nur neun Prozent der Bevölkerung ausmachen, stellen sie 40 Prozent der Gefangenen. Aus ganz unterschiedlichen Motivationen heraus fand sich so ein breites Bündnis, das auf Reformen drängt. Nicht wenigen ist die Erkenntnis peinlich, heute der Staat mit der höchsten Gefangenen-Rate der Welt zu sein.

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