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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Wolfgang Ziegler zur Tourismusbranche

Regensburg (ots) - Zweiter Weihnachtsfeiertag 2004: Ein Tsunami nicht gekannten Ausmaßes fegt über Südostasien hinweg, fordert rund 230 000 Tote und macht zwischen Indonesien und Indien fast zwei Millionen Menschen obdachlos. Von den Flutwellen mit voller Wucht getroffen wird seinerzeit an der Küste der Andamanensee insbesondere das Touristenzentrum Khao Lak in Südthailand, wo sämtliche Hotels zerstört werden und mehr als 2000 Weihnachtsurlauber aus aller Welt sterben. Unter dem Eindruck der Katastrophe mutmaßten damals selbst erfahrene Vertreter von Deutschlands führendem Reiseveranstalter, dass man Khao Lak als Urlaubsdestination wohl nie mehr wird anbieten können, die Region nördlich der Insel Phuket ein für alle Mal tot sei - im wahrsten Sinne des Wortes. Und heute zehn Jahre nach dem verheerenden Tsunami? Khao Lak ist längst aus den Ruinen erstanden, ist größer, schöner, moderner geworden und wieder Inbegriff für Luxusurlaub in Thailand. Nur ein Museum und eine Gedenkstätte erinnern noch an die Katastrophe - mehr nicht. Und auch die TUI widmet dem einstigen Strand des Todes in seinen Fernreise-Katalogen eine Vielzahl von Seiten. Khao Lak ist nur ein Beispiel für die Kultur des Vergessens - aber symptomatisch. Egal, was auch immer in unserer Welt passiert und wo auch immer es sich ereignet: Die Touristen-Karawane kehrt früher oder später zurück. Das war in Thailand nach dem Tsunami so, das war in Madrid nach dem islamistischen Bomben-Terror so, das wird in Ägypten nach der zweiten Revolution so sein, und das wird auch für die nächste Katastrophe gelten - irgendwo auf dieser Welt.

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