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Mittelbayerische Zeitung: Putins Stopp

Regensburg (ots) - Noch vor wenigen Jahren wurden für Europa mehrere neue Gasprojekte geplant. Milliardenvorhaben wie die Nabucco-, die White-Stream- und die South-Stream-Pipeline sollten Erdgas aus Russland und Zentralasien nach Europa liefern. Politiker und Lobbyisten dachten, damit nicht nur die wirtschaftlichen Kontakte zu Russland und früheren GUS-Staaten zu intensivieren, sondern auch die politischen Beziehungen zu verbessern. Diese Überlegungen sind spätestens seit dem Ukraine-Konflikt hinfällig. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine erweisen sich als weiteres Argument, sich von russischem Gas unabhängig zu machen, nachdem schon durch das Unglück im japanischen Fukushima deutlich geworden war, dass die Konzentration auf eine einzige Energiequelle für Industriestaaten gefährlich sein kann. Die Folgen sind bekannt: Mit der energiepolitischen Wende von 2011 warf die Bundesregierung faktisch über Nacht jahrzehntelange Dogmen über Bord und setzte auf eine Diversifizierung der Energiequellen. Nun ist es der russische Präsident Wladimir Putin, der überraschend den Baustopp für die South-Stream-Pipeline bekanntgab. Europa sollte die neuen Tatsachen dazu nutzen, weiter konsequent auf eine eigenständige Energiepolitik zu setzen. Russland, Länder Zentralasiens sowie die Golfstaaten sollten für die EU keine Monopolstellung als Energieversorger haben. Deutschland täte gut daran, sich von seiner bisher bestehenden Abhängigkeit von russischem Erdgas zu lösen. Keiner weiß, wer Putin einmal beerben wird. Sicher scheint heute nur eins: Auch der nächste Kremlchef wird kein lupenreiner Demokrat sein.

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