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Mittelbayerische Zeitung: Frisches Grün
Kommentar zum Grünen-Parteitag

Regensburg (ots) - Vor über einem Jahr wurden die weitgehend links- und auf Rot-Grün orientierten Bevormundungs-Grünen bei der Bundestagswahl abgestraft. Statt einen Veggie-Day einführen zu können, wurden sie fürs Regieren nicht gebraucht. Für Rot-Grün reichte es nicht. Und für Schwarz-Grün im Bund war die Zeit noch nicht reif. Der Hamburger Grünen-Kongress markiert vor diesem tristen Hintergrund einige bemerkenswerte neue Weichenstellungen. Die einstige Partei der Ökopaxe orientiert sich nun klar in die politische Mitte. Sie will die freiheitlichen Traditionen der untergegangenen Liberalen aufgreifen, ohne sich, wie einst die FDP, wirtschaftsliberal anzudienen. Zugleich haben die Grünen nach Atomausstieg und Energiewende - die sie immer propagiert haben, von denen sie heute aber nicht mehr profitieren - mit der "Agrarwende" ein neues Thema gesetzt. Damit greifen sie die Sorge vieler Menschen um gesunde Nahrungsmittel, den Tierschutz in der Hochleistungs-Landwirtschaft sowie den Schutz des Klimas, von Äckern, Grundwasser und Luft auf. Sozusagen mit frischem Grün will die einstige Protestpartei wieder mitregieren, auch im Bund 2017. Ganz gleich mit wem: ob mit der Union, der SPD oder gar den Linken. Dass in Hamburg dabei auch tiefe Kontroversen, etwa um die Sicherheits- oder die Flüchtlingspolitik, offen ausgetragen wurden, ehrt die Grünen. Regierungsbeteiligungen haben die Grünen pragmatischer werden lassen. Doch Basta-Politik gibt es bei ihnen nicht.

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