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Mittelbayerische Zeitung: Prinzip Zwietracht
Kommentar zum Tarifkonflikt bei der Bahn

Regensburg (ots) - Im seit Monaten tobenden Tarifstreit bei der Deutschen Bahn geht es nicht nur ein paar Prozentpunkte Lohn mehr und ein paar Stunden Arbeitszeit weniger, sondern auch ums Prinzip. Um das bislang eherne Prinzip: ein Unternehmen - ein Tarifvertrag. Über sechs Jahrzehnte galt diese Grundregel in der Bundesrepublik, die eine oder andere Ausnahme bestätigte die Regel. Doch mit einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vor vier Jahren wurde dieses Prinzip gekippt. Die kämpferische kleine Lokführergewerkschaft GDL, sie ist die älteste Spartengewerkschaft des Landes, wittert Morgenluft und versucht, ihren Einflussbereich kräftig auszudehnen. Das Druckmittel der relativ kleinen GDL ist äußerst wirksam. Denn wenn Lokführer streiken, liegt der Zugverkehr lahm. Allerdings setzt der verbissene GDL-Chef Claus Weselsky nun mehr aufs Spiel, als nur mehr Einfluss seiner Gewerkschaft. Schafft die GDL einen konkurrierenden Tarifvertrag innerhalb der DB durchzusetzen, dann ist dem Prinzip Zwietracht Tür und Tor geöffnet. Nicht nur bei der Bahn.

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