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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Bernhard Fleischmann zum Textilbündnis

Regensburg (ots) - Ein Textilbündnis ohne entscheidende Teile der Textilindustrie - das wars dann wohl vorerst für das gut gemeinte Projekt. Schade, denn Bundesentwicklungsminister Gerd Müller liegt grundsätzlich richtig mit seiner Initiative. Sie soll uns Verbrauchern möglichst giftfreie Bekleidung bescheren und den Beschäftigten in den berüchtigten Textilfabriken in Asien erträgliche Arbeitsbedingungen sowie auskömmliche Löhne. Wer sollte dagegen etwas einwenden? Aber beides wird so schnell nicht geschehen. Dass es bei den Giften nicht klappt, ist am ehesten verwunderlich. Was der Textilindustrieverband als unmöglich zu garantieren ablehnt, schaffen internationale Modefirmen wie H&M, C&A oder adidas und Puma - ihre Hersteller verzichten auf gefährliche Chemikalien in der Produktion. Schwieriger ist es, mehr Sicherheit und bessere Verdienste für die Näherinnen in Kambodscha und Bangladesch durchzusetzen. Es fehlt noch immer an den Vorgaben und Gesetzen. Und gäbe es sie hinreichend, ließen sich unzählige Tricks finden, sie zu umgehen. Auch die Industrieländer schaffen es nicht, Arbeitnehmer davor zu schützen, unter gewünschte Mindeststandards gedrückt zu werden. Dennoch sollten wir weiter versuchen, die skandalösen Verhältnisse im Textilbereich zu verbessern.

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