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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Andrea Rieder zur schwindenden deutschen Angst

Regensburg (ots) - Die halbe Welt steht in Flammen - und uns geht es gut! Laut Umfrage sind die Deutschen so entspannt wie lange nicht. Trotz aller Krisenherde in der Welt ist der "Angstindex" auf dem niedrigsten Wert seit 20 Jahren. Sollte uns das überraschen - gar zu denken geben? Eher nicht! Das Ergebnis der Studie war zu erwarten. Denn woran denkt man schon, wenn man nach seinen Ängsten gefragt wird? Ein Jugendlicher sorgt sich zuerst um seine berufliche Zukunft. Ein älterer Mensch fürchtet sich davor, ein Pflegefall zu werden. Jemand, der die Bilder des Hochwassers von 2013 noch im Kopf hat, bangt vor einer weiteren Naturkatastrophe. Aber ein Konflikt Hunderte oder Tausende Kilometer weit weg? Es ist nun einmal Tatsache: Je größer die Entfernung, desto weniger berührt es uns. Wir sorgen uns in erster Linie um Dinge, die uns persönlich und unser engstes Umfeld beeinflussen, unseren Alltag. Und was das betrifft, geht es uns tatsächlich gut: Die Arbeitslosenquote ist niedrig. Die deutsche Wirtschaft steht prächtig da. Das spiegelt diese Umfrage wider - mehr nicht. Dass uns die Krisenherde in der Welt nicht zu allererst in den Kopf schießen, wenn wir nach unseren Ängsten gefragt werden, heißt nicht, dass die Bedrohung für uns nicht existiert. Schließlich leben wir nicht auf einer Insel der Glückseligen, auf der es egal ist, wenn es um uns herum brennt. Wir sind uns der Konflikte in der Welt durchaus bewusst. Was aber brächte es uns, wenn wir in Panik verfallen würden? Angst ist zwar ein natürlicher Schutzmechanismus. Aber zu viel davon lässt uns erstarren - und das können wir angesichts der vielen Probleme in der Welt erst recht nicht gebrauchen.

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