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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar "Westliche Arroganz" von Martin Anton zu Voluntourismus in der Karibik

Regensburg (ots) - Wohlstandskinder aus Europa verleihen ihrem Abenteuerurlaub mit Freiwilligendiensten Sinn - sei es, um das schlechte Gewissen zu erleichtern oder um dem Lebenslauf einen interessanten Spiegelstrich hinzuzufügen. So oder so richten sie mehr Schaden als Nutzen an. Da wäre der Eingriff in die Arbeitsmärkte: Denn natürlich gibt es auch Krankenschwestern, Pfleger und Pädagogen in Kambodscha und Ghana - die arbeiten aber nicht umsonst oder zahlen gar noch drauf. Und wie arrogant ist es eigentlich zu glauben, man könne ohne Ausbildung eine solche Arbeit machen? Weil es nicht auffällt, wenn man in einem Entwicklungsland Mist baut? Oder weil ein ungelernter Europäer jederzeit einen berufstätigen Asiaten ersetzen kann? Hinzu kommt, dass gerade in Pflege- oder Betreuungsberufen die langfristige Bindung zu den Menschen wichtig ist. Das war schon beim Zivildienst ein Problem - und der dauerte immerhin ein Jahr. Das System ist absurd. Stellen Sie sich doch die Situation andersherum vor: Die eigene Oma im Pflegeheim wird alle paar Wochen von einem asiatischen Touristen betreut.

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