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Mittelbayerische Zeitung: Ein bisschen viel anders

Regensburg (ots) - Von Christine Hochreiter

In der Pressemitteilung hieß es nur lapidar: "Das Mandat von Frau Strathmann wurde mit sofortiger Wirkung einvernehmlich beendet." Was die Gründe für das Ausscheiden der Vorzeigefrau im Continental-Vorstand sind, darüber kann also nur spekuliert werden. Glaubt man Medienberichten, waren es vorwiegend "atmosphärische" Störungen. Männliche Kollegen sollen Probleme mit dem Stil der Top-Managerin gehabt haben, die vom Konsumgüterkonzern Nestlé zu dem Automobilzulieferer kam. Das ist gut vorstellbar. Schließlich hat die Diplom-Mathematikerin mit Verve und viel Verständnis für die Zukunftsthemen in der Personalarbeit bei Conti einiges umgekrempelt. Strathmann definierte Fachkräftegewinnung und -entwicklung als entscheidende Stellschrauben für die weitere Entwicklung des Dax-Konzerns. Dabei setzte sie auf Vielfalt. Sie wollte den Autozulieferer weiblicher und internationaler ausrichten. Und es war ihr ein Anliegen, Führungskräfte für Themen wie ein gutes Arbeitsklima und ein positives Unternehmens-Image zu sensibilisieren - nicht zuletzt auch mit dem Ziel, qualifizierte Bewerber zu gewinnen und die guten Mitarbeiter zu halten. "Frauen führen anders", sagte Elke Strathmann in einem MZ-Interview. Dieses Anders scheint ihr nun zum Verhängnis geworden zu sein. Continental hat zwar eine Frau durch ein weibliches Vorstandsmitglied ersetzt. Man wollte sich nicht vorwerfen lassen, frauenfeindlich zu sein. Doch Strathmanns Nachfolgerin kommt aus der Branche ... Der Konzern ist wohl noch nicht reif für Seiteneinsteigerinnen mit starken Positionen und festen Überzeugungen an der Spitze.

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