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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zum Portal "Fahrerbewertung.de": Stoppt die Denunzianten, von Andrea Rieder

Regensburg (ots) - Das Portal "Fahrerbewertung.de" will Verkehrsrowdys bekehren, indem es ihnen ihr negatives Fahrverhalten vor Augen führt. Mehr Transparenz im Straßenverkehr lautet das Stichwort - ein scheinheiliges Versprechen. Wer sich auf der Seite durchklickt, erkennt schnell: Die Transparenz ist eine einseitige Sache. Mit nur wenigen Klicks kann jemand andere Autofahrer als Raser oder Drängler abstempeln. Niemand erfährt, von wem die Bewertung stammt. Dagegen ist der Angeprangerte nicht so anonym, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein amtliches Kennzeichen kann zwar im Netz nicht zurückverfolgt werden. Viele kennen aber die Kennzeichen von Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen. Eine negative Bewertung könnte da sogar dem Ruf schaden. Die versprochene Transparenz ist zudem trügerisch. Ob eine Bewertung stimmt, können die Macher nicht überprüfen. Missbrauch ist damit vorprogrammiert. Und überhaupt: Wer definiert schon, was ein Drängler ist? Eines ist sicher: Die Verkehrssicherheit wird die Firma Bo-Mobile mit ihrer Seite nicht verbessern. Dafür treiben die Macher mit ihrem Portal eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung auf die Spitze: Sie fördern das Denunziantentum.

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