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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar von Katia Meyer-Tien zu Weltkrebstag/Übergewicht

Regensburg (ots) - Eigentlich gibt es ja ständig irgendwelche Gedenktage. Weltfrauentag, Welttag des Buches, Weltgeschichtentag, Weltverbrauchertag, Welttag der Feuchtgebiete. Vielleicht sind nicht alle davon notwendig, doch es gibt einige, die mit großer Eindringlichkeit auf noch immer unfassbare Ungerechtigkeiten auf der Welt hinweisen. So ein Gedenktag ist der heutige Weltkrebstag. Denn trotz des wissenschaftlichen Fortschritts, der uns heute viele Faktoren verstehen lässt, die zu Krebs führen können, nimmt die Zahl der Erkrankungen weltweit noch immer dramatisch zu. Ursache dafür ist das Wachstum der Weltbevölkerung und die alternde Gesellschaft, Ursachen sind aber auch Ungerechtigkeit und Ignoranz. Eine Vielzahl der Neuerkrankungen wie auch der Todesfälle ist noch immer in den weniger entwickelten Regionen der Welt zu verzeichnen, in Ländern mit katastrophalen Umweltstandards und noch schlimmeren Arbeitsbedingungen, bei Menschen, die kaum Zugang zu Bildung haben, für die Krebsvorsorge ein unerreichbarer Luxus ist. Das ist unerträglich. Doch unfassbarer ist noch, dass auch bei uns, trotz Umweltstandards, Aufklärungs- und Präventivmaßnahmen die Zahl der Krebsfälle rasant steigt. Und zwar nicht nur die Zahl der mutmaßlich vererbten Krankheiten, sondern auch die Zahl der Fälle, die vermutlich vermeidbar wären, weil sie auf Ernährungsfehler, Alkohol- oder Tabakkonsum zurückgehen. Bleibt nur zu hoffen, dass wir irgendwann einmal nicht mehr nur gedenken, sondern auch lernen.

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