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Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Homosexualität im deutschen Fußball: Weit bis zur Normalität - von Claus-Dieter Wotruba

Regensburg (ots) - Das Getöse ist groß. End lich ein bekennender homosexueller Fußballer! Na ja, Ex-Fußballer, genauer gesagt. Alle loben den Schritt von Thomas Hitzlsperger. Er ist zweifelsfrei mutig, bringt eine noch immer an den Rand gedrängte Gruppe in den Fokus. Aber der ganz große Durchbruch ist es nicht. Ein Durchbruch wäre, wenn es keine eigenen Sportklubs mehr für Minderheiten bräuchte. Oder wenn sich Erstliga-, vielleicht gar Nationalspieler outen würden, am besten mehrere auf einmal. Machen wir das Beispiel plastisch: Würde sich aus jedem Bundesligaverein ein Bekenner finden - und das ist zahlentechnisch nicht weit hergeholt - würden sich die anfeindenden Fangesänge im Stadion flott relativieren: Vielleicht hätte der homosexuelle Kicker sein Team ja gerade zum Sieg geschossen. Solche Gedanken zeigen: Von Normalität im Umgang mit Homsexuellen ist der Fußball weit, weit weg. Dabei sollte auch einem Fußballer zustehen, was einem Musiker zusteht. Ein guter Song ist ein guter Song. Und ein schönes Tor ist ein schönes Tor. Persönliche Neigungen spielen in der Beurteilung keine Rolle. Punkt.

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