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Mittelbayerische Zeitung: Vorsicht! Kommentar zur Schleierfahndung in Bayern

Regensburg (ots) - Der Innenminister wählte markige Worte bei der Vorstellung seines Konzepts zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität. Es war die Rede von "international agierenden Banden und reisenden Tätergruppierungen". Die Sicherung der Grenzen rief Herrmann zu einem Schwerpunkt für 2014 aus. Weil solche Worte eine große Wucht haben, vermitteln sie einen falschen Eindruck. Nämlich den, dass es an Bayerns Grenzen nicht sicher wäre. Wie im gesamten Freistaat sinkt aber auch in der Grenzregion zur Tschechischen Republik die Kriminalität seit Jahren. Im Dezember 2007 fielen die Grenzkontrollen weg. 2008 wurden im grenznahen Raum zu Tschechien 41 794 Straftaten gezählt. 2012 waren es 38 159. Der Anteil ausländischer Tatverdächtigen ist im grenznahen Raum nicht höher als in Gesamtbayern. Er liegt bei etwa einem Viertel. Aus der Statistik geht allerdings nicht hervor, ob es sich um Ausländer handelt, die seit Jahren im Land leben oder um Ausländer, die zum Zweck einer Straftat über die Grenze kamen. Dass die grenzüberschreitende Kriminalität einen erheblichen Anteil ausmacht lässt sich bei Kfz-Diebstählen mit Zahlen belegen. Bei Einbrüchen nicht. Die Statistik muss man also genau betrachten. Der Minister weiß das. Dass man vorsichtig mit (Vor-)Urteilen sein muss, räumt er aber erst auf Nachfrage ein.

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