BLM Bayerische Landeszentrale für neue Medien

Innovationen als Antwort auf den Umwälzungsprozess in den Medien
BLM-Präsident Schneider eröffnet die 24. Lokalrundfunktage in Nürnberg

München (ots) - Lokale und regionale Inhalte, für die der lokale Rundfunk stehe, seien weiterhin sehr wichtig für die Nutzer. Daneben seien aber auch eigene digitale Produkte und Entwicklungen notwendig, damit die lokalen Rundfunkanbieter in dem rasanten Umwälzungsprozess der Medien erfolgreich bestehen könnten, so BLM-Präsident Schneider, der am heutigen Dienstag die 24. Lokalrundfunktage in Nürnberg eröffnete. Insgesamt haben sich ca. 1.000 Teilnehmer für die beiden Veranstaltungstage am 5. Juli und 6. Juli im CongressCenter Ost der Nürnberger Messe angemeldet. Die Lokalrundfunktage, die von der BayMS, einer Tochter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), durchgeführt werden, sind damit der größte Kongress zum lokalen Hörfunk und lokalen Fernsehen in Deutschland.

In seiner Eröffnungsrede stellte Schneider u.a. die beiden Zukunftskonzepte für den lokalen Hörfunk ("Hörfunk 2020") und das lokale Fernsehen ("Lokalfernsehen 3.0") vor, die in den zurückliegenden Monaten von der BLM entwickelt wurden, um den lokalen Rundfunk fit zu machen für die digitale Transformation. Was den Hörfunk angeht, seien wichtige Aspekte die Optimierung lokaler Programminhalte, eine vermehrte Zusammenarbeit der lokalen Anbieter in einer Region sowie verpflichtende Aus- und Fortbildungsstandards in den Stationen. Ausführlich ging Schneider auf die weitere Entwicklung von Digital Radio (DAB) ein:

"Wir planen in Bayern insgesamt zehn oder elf regionale DAB-Verbreitungsgebiete einzurichten (...), um eine flächendeckende regionale DAB+-Versorgung möglich zu machen. Für die Entscheidung pro DAB+ muss aber eine Reihe von Bedingungen erfüllt sein. Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk erwarten wir eine Reduzierung der Hörfunkwerbung auf 60 Minuten, den Verzicht eines Wechsels von DAB-Programmen auf UKW und eine zumindest vorübergehende Nutzung von öffentlich-rechtlichen Multiplexen für private Programme zu Fixpreisen. Von der Politik wünschen wir uns eine Förderung der privaten Anbieter in der Simulcast-Phase aus der Digitalen Dividende II. Diese Mittel sollten zeitlich begrenzt solange bereitgestellt werden, bis eine Hörfunknutzung auf DAB erreicht ist, die eine realistische Möglichkeit bietet, die privaten Programme erfolgreich vermarkten zu können. Auf europäischer Ebene muss verpflichtend die Einführung von Multichips in allen neuen Radios, einschließlich Autoradios, und in allen Smartphones beschlossen werden. Und schließlich braucht es keinen konkreten UKW-Abschalttermin für private UKW-Angebote. Die Hörfunkverbreitung über UKW muss für die privaten Anbieter solange erhalten bleiben, solange sie UKW für eine erfolgreiche Vermarktung benötigen", erläuterte Schneider.

Beim lokalen Fernsehen bedürfe es auf allen Ebenen weiterer und vermehrter Anstrengungen, um die Menschen für das Lokalfernsehen zu gewinnen. Das gelte für die technische Verbreitung ebenso wie für die inhaltliche Qualität, den Ausbau sendereigener Onlineaktivitäten und die Vermarktung. "Mir ist bewusst, dass das alles Geld kostet. Aber auch da muss man klar aussprechen: Wer einerseits Förderung erwartet und erhält, muss andererseits auch bereit sein, selbst zu investieren", verdeutlichte Schneider.

Auch wenn das Ergebnis für das Lokalfernsehen in der aktuellen Funkanalyse noch etwas besser hätte sein können, zeige die Funkanalyse Bayern 2016 insgesamt, dass der lokale Rundfunk in Bayern seine starke Position bisher auch in der digitalen Transformation behauptet habe, betonte Schneider abschließend.

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Bettina Pregel
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