Institut für Plastination

KÖRPERWELTEN in der Kirche
Ein säkularisiertes Gotteshaus ist aktueller Ausstellungsort der KÖRPERWELTEN in Florenz

KÖRPERWELTEN in der Kirche / Ein säkularisiertes Gotteshaus ist 
aktueller Ausstellungsort der KÖRPERWELTEN in Florenz
Erstmals gastiert die Ausstellung KÖRPERWELTEN in einer Kirche. Ausgerechnet im Land der Päpste, in Italien, und in dem kulturträchtigen Florenz haben die Organisatoren für ihre Ausstellung die ehemalige Kirche Santo Stefano al Ponte gewählt. Direkt an der Ponte Vecchio inmitten des historischen Zentrums ist die Anatomieschau bis zum 20. ...

Heidelberg (ots) - Erstmals gastiert die Ausstellung KÖRPERWELTEN in einer Kirche. Ausgerechnet im Land der Päpste, in Italien, und in dem kulturträchtigen Florenz haben die Organisatoren für ihre Ausstellung die ehemalige Kirche Santo Stefano al Ponte gewählt. Direkt an der Ponte Vecchio inmitten des historischen Zentrums ist die Anatomieschau bis zum 20. März 2016 zu sehen.

Für Franz Josef Wetz, Philosoph, Ethikprofessor und langjähriger Begleiter der KÖRPERWELTEN ist die Ausstellung schon immer ein Fest des Lebens. Zwar bewegt sie sich im Grenzbereich zwischen Leben und Tod, indem sie die Körperinnenseite an echten Präparaten zur Anschauung bringt, wie es für die Anatomie charakteristisch ist. Aber gerade hierdurch macht die Ausstellung auf das Wunder des Lebens aufmerksam. In Körperwelten feiert sich das Leben selbst. Hier imponiert sich der menschliche Körper als eine Sehenswürdigkeit. Schon die Florentiner Philosophen der Renaissance würdigten den Körper als "Tempel der Seele".

Die Wahl einer Kirche als Ausstellungsort könnte daher nicht passender sein. Beides - Ort und Ausstellung- bringen die Menschen zur Besinnung und schaffen eine Atmosphäre, die die Besucher emotional bewegt und nachdenklich stimmt. Wie die christliche Religion möchte die Ausstellung die Menschen für das Leben begeistern. Für Wetz gibt es eine Reihe von Übereinstimmungen zwischen KÖRPERWELTEN und der Kirche:

Erstens zeigt die Ausstellung dem Besucher sowohl den feingliedrigen Aufbau seines Körpers als auch dessen Zerbrechlichkeit. Dabei wird deutlich, dass die verwundbare Fragilität des Körpers sogar der Preis für seine bewunderungswürdige Komplexität ist. Ohne dessen Vergänglichkeit und Endlichkeit wäre menschliches Leben unmöglich. Ähnlich wie Kirchenväter und Theologen bis heute die gleichzeitige Erhabenheit und Nichtigkeit des Menschen betonen, veranschaulicht die Ausstellung zugleich "Größe und Elend" des menschlichen Daseins. Einerseits sei der Mensch ein großartiges Wunderwerk, andererseits nur vergänglicher Staub.

Zweitens lehrt sie den Betrachter vor dem Hintergrund seiner Endlichkeit das Staunen über die Besonderheit und Einmaligkeit der eigenen Existenz, für dessen Bewunderung im Alltag nur wenig Raum bleibt. Die Ausstellung zelebriert das Leben als ein Geschenk, eine Gabe, und leistet hiermit einen wichtigen Beitrag zur Intensivierung des bewussten Lebens. Sie berührt damit ein Grundanliegen der Religion, die gleichfalls den Menschen für die Erfahrung der Einmaligkeit seines Daseins gewinnen möchte. In der Hektik unseres modernen Alltags wird zumeist gleichgültig über das Besondere des Lebens hinweggesehen. Dagegen macht sich in der Kirche Nachdenklichkeit breit und die bis dahin selbstverständliche eigene Existenz wird in dem Raum zu etwas Bemerkenswertem.

Drittens stellt die Ausstellung auch die Frage nach dem Wert und der Bedeutung des Menschen. Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Was ist der Sinn meines Erdendaseins? Das Staunen über das eigene Leben wühlt im Betrachter letzte Fragen auf. Bewunderung schlägt in Verwunderung um. Allerdings bleibt die Ausstellung weltanschaulich neutral. Sie beantwortet die letzten Fragen nicht. KÖRPERWELTEN ist deutungsoffen für unterschiedliche Menschenbilder. Die Religion stellt die gleichen letzten Fragen, ohne allerdings eine Entscheidung zu treffen. Doch unvoreingenommenen Zeitgenossen ist es leicht möglich, ihr religiöses Menschenbild in der Ausstellung bestätigt zu bekommen, wie es schon millionenfach in den letzten Jahren der Fall war."

Ein Ausflug nach Florenz ist daher für jeden empfehlenswert, der die Strahlkraft der Ausstellung in dieser einmaligen Umgebung selbst erleben möchte.

   Ausstellungsinfo: 
   Santo Stefano al Ponte 
   Piazza di Santo Stefano, 5 
   50122 Firenze, Italien

   Öffnungszeiten: 
   Sonntag - Donnerstag von 10 bis 20 h 
   Freitag und Samstag von 10 alle 23 h 

Ausstellungsbeschriftung in italienischer und englischer Sprache

Website: http://www.bodyworldsinthecity.it/

Bilder der Ausstellung in Florenz: http://www.bodyworldsinthecity.it/press-area-firenze/

Pressekontakt:

Institut für Plastination e.K
Jana Engelhardt

Im Bosseldorn 17
69126 Heidelberg

T +49 6221 33 11 26
j.engelhardt@plastination.com

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