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Thomas Gottschalk: "Ich habe keine 700 Apps, aber es werden immer mehr"

Köln (ots) - Er hat iPhone sowie iPad und fühlt sich noch äußerst werberelevant: TV-Moderator Thomas Gottschalk (60) kritisiert seit Jahren die im TV übliche Fokussierung auf die Zielgruppe der 14-49-Jährigen. Im Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de beklagt Gottschalk, dass Medien und Werber ältere Zuschauer oft als "nutzlosen Ballast" sehen. Dabei würde sich gerade hier Geld verdienen lassen.

Selten kritisierte Thomas Gottschalk so scharf die in Deutschland beim Fernsehen übliche Fokussierung auf die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. "Ich werde nie mein Publikum in ein 'werberelevantes' und in ein überflüssiges aufteilen", erklärt er im DWDL.de-Interview. "Mir kommt dann immer dieser furchtbare Begriff 'unwertes Leben' in den Sinn, aber für Medien und Werber ist es wohl so, dass jeder Zuschauer ab 49 eigentlich nutzloser Ballast ist."

Dabei stünde er selbst für eine Generation von 60-Jährigen, die es so noch nie gegeben hätte. "Menschen in meinem Alter waren früher Operettenfans und trugen Häkelpullover. Ich sehe keine Gründe mich von meinen T-Shirts oder meine Led Zeppelin-Alben zu trennen", so Gottschalk. "Allerdings habe ich sowohl die aktuelle Mode als auch die aktuelle Musikszene im Blick, wenn da was auftaucht greife ich zu und bin damit nach wie vor werberelevant. Mit dem Alter hat das längst nichts mehr zu tun."

Denn auch mit 60 sei er noch konsumfreudig. "Selbstverständlich habe ich ein iPhone und ein iPad. Nun wird man unterstellen, dass ich das nur mit mir herumschleppe um hip zu wirken, aber nicht weiß wie man damit umgeht. Ich habe zwar keine 700 Apps, aber es werden immer mehr." Gemeinsam mit dem Fernsehsender Tele 5 wirbt Gottschalk deshalb für die Zielgruppe der "neuen 30er", der 35- bis 65-Jährigen. "Wenn Tele 5 etwas erkennt, was andere hätten längst erkennen sollen, bin ich gerne bei den Aufständischen", erklärt Gottschalk seine Unterstützung der Idee. Und er sieht Parallelen in anderen Branchen, in denen man sich inzwischen auch stärker auf ein älteres Publikum einstellt.

Etwa die Hotellerie auf Mallorca. "Die haben wohl gemerkt, dass jemand der einen Sangria-Eimer für 9 Euro leergesoffen hat, anschließend nicht mehr in der Lage ist noch etwas zu investieren, aber im schlimmsten Fall den Laden vollkotzt. Deswegen will man Wellness- und Bio-Hotels hin bauen, weil sich jemand der dort eine schöne Massage hinter sich hat, danach einen Latte Macchiato gönnt und anschließend auch noch ein nettes Essen mit einem Glas Rotwein bestellt. Allerdings sind das eher Menschen in meinem Alter, denn die Vertreter der jugendlichen Zielgruppe können Latte Macchiato selten bezahlen und noch seltener schreiben", so Gottschalk im Interview mit dem Medienmagazin DWDL.de.

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Thomas Lückerath
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