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neues deutschland: Kommentiert: Die billige Schweinerei

Berlin (ots) - Fleisch ist zu billig, weil bei der Preiskalkulation die langfristigen Folgen für Mensch und Natur nicht berücksichtigt werden. Hierzu zählt auch der Klimawandel, der durch Emissionen aus der Tierhaltung und Futteranbau auf vormaligen Regenwaldflächen noch beschleunigt wird. Was also tun? Ein Ansatz ist, dem Konsumenten klar zu machen, dass die »wahren Kosten« der Fleischproduktion durch die 1,99 Euro fürs halbe Kilo Schweinehack nicht gedeckt sind. Man könnte also an der Preisschraube drehen und Fleisch deutlich teurer machen. Da reicht eine Mehrwertsteuererhöhung, wie sie das Umweltbundesamt fordert, nicht aus. Dass sich aber nur noch Reiche ein Schnitzel leisten können, kann man als Linker eigentlich nicht wollen. Wer allein auf den Bewusstseinswandel setzt, der verkennt offenbar die menschliche Natur. Das zeigen die entsprechenden Verbrauchsstatistiken. Laut Bundesernährungsministerium verzichten nur drei Prozent der Deutschen auf Fleisch und Wurst. Allerdings gibt es mehr und mehr Menschen, die sich der Folgen der Massentierhaltung bewusst sind, ihren Fleischkonsum zumindest einschränken und zum Bio-Schnitzel aus artgerechter Haltung greifen. Nur kann sich das wiederum nicht jeder leisten. Anstatt also Subventionen zu streichen, sollte die Bundesregierung eine gesunde und möglichst klimaneutrale Ernährung unterstützen. Es sollte nicht nur gesünder, sondern auch billiger sein, sich bewusst zu ernähren.

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