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neues deutschland: Zu Köln und den Rassismus-Vorwürfen: Simples Tätermuster

Berlin (ots) - Zuerst das Positive: Die Silvesternacht von Köln lief weitaus glimpflicher und friedlicher ab als letztes Jahr. Zum Glück. Die Behörden verhielten sich kommunikativ; der Verdacht der Vertuschung konnte nicht aufkommen. So weit, so gut. In der Haut der Kölner Polizeiverantwortlichen wollte wohl niemand stecken, außer einigen extra rechten Hardlinern vielleicht. Dass die Beamten vornehmlich Leute stoppten und kontrollierten, die dem Täterbild bei den frauenfeindlichen Übergriffen des letzten Jahres entsprachen, erscheint einerseits plausibel. Und wirkt andererseits hilflos. Der Vorwurf rassistischer Voreingenommenheit an die Polizei gewinnt spätestens mit dieser Erklärung eines hochrangigen Polizeigewerkschafters an Brisanz: »Wenn eine nordafrikanische Person im Verdacht steht, eine Straftat zu begehen, ist sie ein Nafri.« Nafri steht im Beamtenjargon für nordafrikanischer Intensivtäter, wie wir nun wissen. Sollte die vermeintliche Beweislogik des Gewerkschaftsfunktionärs polizeiliches Allgemeingut sein, dann ist deutlicher Widerspruch angesagt. Denn ein Mensch, egal woher, der eine Straftat begehen könnte, ist höchstens ein Verdächtiger und noch längst kein Täter, erst recht kein Intensivtäter. Dieser Unterschied sollte Beamten selbst bei heiklen Einsätzen geläufig bleiben. Alles andere würde der Behördenwillkür das Tor weit öffnen, wäre eine Zumutung letztlich für jeden, der sich im öffentlichen Raum bewegt - und eine Kapitulation des Rechtsstaats.

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