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neues deutschland: Über den Bericht der Wirtschaftsweisen

Berlin (ots) - Den Erkenntnissen der Wirtschaftswissenschaften wird von ihren Vertretern gerne die Aura unumstößlicher Weisheiten gegeben. So etwa, wenn sich die sogenannten Wirtschaftsweisen zu Richtern über die Politik aufschwingen, der Bundesregierung Reformunwillen attestieren und eine neoliberale Giftliste an Forderungen präsentieren. Nur leider sind die Wirtschaftswissenschaften keine exakte Wissenschaft. Früher wurden sie zuweilen viel zutreffender »Politische Ökonomie« genannt. Denn die Politik beeinflusst nicht nur das wirtschaftliche Handeln von Angestellten, Konsumenten und Unternehmen. Was als gutes Wirtschaften und gute Wirtschaftspolitik betrachtet wird, ist selber eine Sache politischer Prämissen. Letztlich geht es dabei um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir wie leben wollen. Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der immer der Stärkere gewinnt, wo wenige viel und viele nichts haben? Oder wollen wir in einer Gesellschaft leben, die auf den Grundprinzipien der Solidarität aufbaut, in der niemand davor Angst haben muss, seine Wohnung zu verlieren, seine Medikamente nicht bezahlen zu können oder im Alter in die Armut abzurutschen, weil das Geld fehlt? Wer erstere Frage mit »ja« beantwortet, kann gerne weiter auf den Rat der sogenannten Wirtschaftsweisen hören. Wer letztere Frage mit »ja« beantwortet, für den ist die Mehrheit dieses fünfköpfigen Beratergremiums nicht sehr weise.

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