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neues deutschland: über die Ergebnisse einer Studie zur Lage in der Pflege

Berlin (ots) - Werden Pflegekräfte halbwegs anständig bezahlt, kann sie sich niemand mehr leisten. Das ist das Fazit einer Untersuchung und für sich allein schon schlimm genug. Aber es ist längst nicht die einzige Schreckensbotschaft hinter den neuen Bertelsmann-Zahlen. Aus ihnen kann man auch lesen, dass sich diese Gesellschaft offenbar damit abgefunden hat, ihre Pflegebedürftigen zur Hälfte von den meist weiblichen Angehörigen oder ausländischen Billigarbeiterinnen versorgen zu lassen. Die andere Hälfte wird in stationären Einrichtungen betreut, deren Betreiber nicht selten satte Gewinne einstreichen. Zu Lasten der Pflegekräfte und der Bewohner. Doch das regt niemanden auf, schon gar nicht den Gesetzgeber. Der staunt selber, wie das passieren konnte. Hat er nicht Pflegestufen in Grade umbenannt und die Pflegebeiträge ein klitzekleinwenig erhöht? Dass Pflegearbeit im östlichen Teil nur halb so viel wert ist wie im westlichen, interessiert nicht. Eine Frage: Wie viele Studien mit ähnlichen Ergebnissen müssen wir noch ertragen, ehe Konsequenzen gezogen werden? Und zu dieser Frage noch eine Anmerkung: Die Konsequenz kann nicht darin bestehen, die Löhne in der Pflege abzusenken. Man muss das dazusagen, denn die Gesetze auf existenziellen gesellschaftlichen Feldern wie der Pflege oder der Rente werden offenbar von Leuten gemacht, die sich weder um ihr Auskommen im Alter, noch um die Bezahlbarkeit ihrer Pflege kümmern müssen. Da muss man mit allem rechnen.

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