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neues deutschland: Aufarbeitung des Mordes an Jo Cox: Nicht irgendwo, irgendwann

Berlin (ots) - Mensch hätte meinen können, die Zeit der politischen Attentate auf Amtsträger wäre überwunden. Doch dieses perfide Mittel, seine Überzeugungen mit aller Gewalt durchzudrücken, ist längst nicht mehr nur als abstrakte Gefahr zurück im Alltag der politischen Auseinandersetzung. Die Anzeichen dafür waren lange erkennbar: in Form von Morddrohungen, Steckbriefen, Angriffen auf Büros und das persönliche Umfeld von Engagierten - nicht nur in Deutschland. Mit der damaligen Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker wurde eine Politikerin lebensgefährlich verletzt. Nun ist die britische Abgeordnete Jo Cox Mordopfer eines Mannes geworden, der zumindest in Verbindung zu nationalistischem und rassistischem Gedankengut steht. Was auch immer die unmittelbaren Auslöser der Tat waren, sie geschah in einem Klima, das kaum aufgeheizter sein könnte. Die Bluttat ereignete sich eben nicht irgendwo irgendwann, sondern in einer besonderen Situation für Großbritannien und Europa. Es ist trotz seines Wohlstands politisch in Gefahr, auch wegen Aufhetzern wie jenen von UKIP und AfD. Drohungen, wie sie auch Cox erhielt, dürfen nicht länger ignoriert werden. Gefährdete Personen müssen geschützt werden. Und es gilt, trotz des schockierenden Attentats für eine hohe Beteiligung beim Brexit-Referendum zu sorgen. Dieses demokratische Instrument zur Willensbildung muss nun genutzt werden, um jenen, die Ängste und Hass schüren, den nächsten Erfolg zu versagen.

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