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neues deutschland: Menschenrechtler Tiphagne: Folter ist Teil des indischen Lebens

Berlin (ots) - Der indische Menschenrechtsverteidiger Henri Tiphagne hat auf eine Verschärfung der staatlichen Repression unter der Regierung von Premierminister Narendra Modi hingewiesen. Die regierende Indische Volkspartei sei jedoch nicht alleine dafür verantwortlich, sagte der Rechtsanwalt gegenüber der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland": "Bereits die alte Regierung unter der sozialdemokratischen Kongresspartei hat eine politische Kultur der Repression eingeführt. Die Kriminalisierung von Protest hat sich unter der Regierung von Modi aber intensiviert." Derzeit gebe es Anklagen gegen 20 000 Aktivisten, die sich nur bedingt zur Wehr setzen können: "Viele werden nicht über ihre Rechte aufgeklärt oder haben keinen Zugang zu legalen Verteidigungsmöglichkeiten und bleiben deshalb lange hinter Gittern."

Henri Tiphagne gründete vor mehr als 20 Jahren die Organisation »People's Watch«, die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und Betroffene vor Gericht vertritt. "Gewalt ist alltäglich in der Familie, aber auch gegenüber unteren Kasten und bei der Polizei. Folter ist Teil des indischen Lebens", sagte Tiphagne, der kürzlich mit dem Menschenrechtspreis von Amnesty International Deutschland geehrt wurde.

Von dem mangelnden Einsatz der deutschen Regierung für Menschenrechte zeigt sich Tiphagne enttäuscht: "Deutschland übt keine Kritik, da das Land ein wichtiger Exportmarkt ist".

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