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neues deutschland: Zur angekündigten Erhöhung der Krankenkassenbeiträge: Griff in den Geldbeutel

Berlin (ots) - Wie kann man nur so scheinheilig sein! Diese Regierung tut erstaunt, dass die noch vor kurzem prall gefüllten Krankenkassengeldbeutel auf einmal so schlapp herumhängen, dabei hat sie sich selbst mit ein paar Milliarden Euro daraus bedient. Eigentlich waren die für gesamtgesellschaftliche Leistungen wie die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern oder die Schwangerenversorgung gedacht. Die Bundesregierung hat auch keine Gelegenheit ausgelassen, Geschenke aus diesem Beutel zu bezahlen, der ihr im Grunde gar nicht gehört. Mal an die Arzneihersteller, damit sie nicht etwa alte, überflüssige Mittel aus dem Verkehr ziehen müssen, die Armen. Mal an Ärzte, damit sich wenigstens ein paar von ihnen herablassen, Patienten auf dem Land zu behandeln. Mal an Kliniken, damit sie einige von den eingesparten Pflegerinnen und Pflegern wieder beschäftigen können. Mal an die Länder, damit die nicht etwa ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen müssen, für Investitionen in den Krankenhäusern zu sorgen. Der Griff in den Beutel hat Methode. Nur weiter so, liebe Regierung! Wir gesetzlich Krankenversicherten und Patienten freuen uns dermaßen über jede noch so klitzekleine Verbesserung in unserem Gesundheitssystem, dass wir den Beutel freiwillig hinhalten. Wir bezahlen schon so viele überflüssige Operationen und unnötige Medikamente, da kommt es auf ein paar zusätzliche Terminservicestellen, Zweitmeinungsstrukturen oder Bewegungsapps nun auch nicht mehr an.

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