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neues deutschland: Schweizer Steuerveröffentlichungen: Bitte keine Namen¶

Berlin (ots) - Hurra, die Schweiz haut endlich auf die Steuerhinterzieher drauf. So könnte eine erste, kurzsichtige Reaktion auf die Nachricht lauten, dass ihre Steuerbehörde mögliche Hinterzieher namentlich im Internet nennt. Dass dieses Vorgehen nichts Neues ist, sondern nur von den Medien aufgebauscht wurde, sei geschenkt. Viel mehr dürfte so mancher Genannter es gar nicht so schlimm finden, seinen Namen am Internet-Pranger zu finden. Was ist schon die Nennung der eigenen Person in den unendlichen Weiten des World Wide Web, wenn man dafür noch rechtzeitig den Datenschredder anwerfen und so den heimischen Steuerbehörden ein Schnippchen schlagen kann? Dieses Schema passt dann auch besser in das Image der Schweiz, die trotz des einen oder anderen Steuerabkommens zu Recht als Paradies für Geldwäscher, Hinterzieher und andere Schwarzgeldkonteninhaber gilt. Schließlich unternimmt sie fast alles, um zwielichtige Kunden ihrer Banken zu schützen. So erließen Schweizer Behörden im Jahr 2012 schon mal Haftbefehle gegen deutsche Steuerfahnder, weil diese Daten aus Steuer-CDs auswerten wollen. Auch müssen Whistleblower, die die illegalen Praktiken der Steuerbetrüger aufdecken, in der Alpenrepublik mit langen Haftstrafen rechnen. Die öffentliche Nennung möglicher Delinquenten behindert also eher den Kampf gegen Steuerbetrug, als das sie ihn unterstützt - zumal sie auch Unschuldige treffen könnte.

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