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neues deutschland: Kuba und die Terrorliste der USA: Irrsinniges Feindbild¶

Berlin (ots) - Es ist ein Aberwitz der Geschichte: Kuba auf der Terrorliste der USA. Fraglos hat die kubanische Regierung Befreiungsbewegungen von Angola bis Mosambik militärisch unterstützt und für Maurice Bishop in Grenada den ersten Flughafen der Insel gebaut - mit Terror hatte das freilich nichts zu tun. Niemals haben die USA einen Beweis angetreten, dass von der Karibikinsel auch nur ein Terroranschlag ausging oder eine Kampfdrohne startete. Barack Obama und seine Administration sehen Kuba offenbar mit weniger Schaum vorm Mund als die Vorgängerregierungen. So ist es nur folgerichtig, dass nach der beidseitig verkündeten Einleitung der Normalisierung der Beziehungen nun Kuba endlich von der Terrorliste gestrichen werden soll. Alles andere ist für Havanna inakzeptabel. Doch was für die Blockade gilt, gilt auch für die Terrorliste: Das letzte Wort hat nicht der Präsident, sondern der Kongress - und der ist derzeit in beiden Häusern mit republikanischen Mehrheiten ausgestattet. Wenig wahrscheinlich, dass diese Obamas Ansinnen folgen. Kuba wird so schnell nicht von der US-Terrorliste verschwinden. An einer Diskussion über diese irrsinnige Einstufung kommen die USA aber nicht mehr vorbei - so wenig wie an der Diskussion, wie lange die inhumane und von fast allen UNO-Staaten verurteilte Blockade noch aufrecht erhalten wird. Obama hat zum Ende seiner Amtszeit nichts mehr zu verlieren. Kuba hat viel zu gewinnen. Das sind relativ gute Aussichten.

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