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neues deutschland: Assyrischer Hilferuf - zur Entführung von 200 Christen durch den Islamischen Staat

Berlin (ots) - Abscheu und Protest sind einhellig: Es gibt niemanden hierzulande, der die verbrecherischen Massenentführungen von Assyrern im syrischen Kriegsgebiet nicht verurteilt. Aber was kann effektiv getan werden, um die Opfer unversehrt freizubekommen? Darauf kann niemand eine befriedigende Antwort geben. Und das kann nicht einmal zum Vorwurf gemacht werden. Die IS-Entführerbanden wollen offensichtlich »nur« Lösegeld und kein Massaker anrichten. Diejenigen, die mit den Milizen verhandeln, sollten deshalb auf jeden Fall die stille Unterstützung der internationalen Gemeinschaft genießen. Das ist keineswegs so selbstverständlich, wie es scheint. Erst vor wenigen Tagen war die ägyptische Verhaltensvariante kennenzulernen: Kairo tat wenig bis gar nichts, um seine in Libyen entführten koptischen Staatsbürger aus den Händen der Terrormilizen zu befreien. Es drängte sich sogar der Eindruck auf, dass Ägypten die Morde billigend in Kauf nahm, um aus niederen innenpolitische Erwägungen im Nachbarland zu bombardieren. Auch auf das IS-Herrschaftsgebiet in Syrien gab es gestern Luftangriffe seitens der USA und ihrer arabischen Satrapen. Die Assyrer werden sich darüber nicht beschweren, im Gegenteil. Es darf aber als sicher gelten, dass es ihnen auch wenig geholfen hat. Die beste Hilfe ist wohl die zur Selbsthilfe. Das kann freilich nur mit den Betroffenen und nicht buchstäblich über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.

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