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neues deutschland: Friedensgipfel für die Ukraine: Waffenruhe für den Anfang¶

Berlin (ots) - Eine Waffenruhe sei nur der erste Schritt, kündigte der französische Präsident an. Es gehe um eine umfassende Lösung des ukrainischen Konfliktes. Das passt zu einem westeuropäischen Lehrsatz. Danach werden Sanktionen gegen Russland dann aufgehoben, wenn die Gründe, aus denen sie verhängt wurden, wegfallen. Gerade das muss gelten, wenn der ukrainische Konflikt gelöst werden soll. Nach aller Logik wäre also für die Wiederherstellung des Friedens eben genau jener Grund zu beseitigen, deretwegen die blutige Krise ausbrach. Das war ein Richtungsstreit um die Ost- oder Westorientierung. USA, EU und Russland feuerten ihre Favoriten zunehmend heftiger an. Die Entscheidung fiel mit einem gewaltsamen Machtwechsel in Kiew. Die nur mühselig hergestellte und traditionell unsichere Balance zwischen West und Ost im Lande wurde zerstört - auch geopolitisch. Die Sieger glaubten in ihrem Triumph, den Osten zwingen zu können, ohne sich um dessen Befindlichkeiten scheren zu müssen. Die Unterlegenen hofften, das Blatt ebenfalls mit Gewalt wenden zu können. Mehr als 5000 Tote und viele Eskalationsstufen später gilt aber - wenn auch nicht gerade bei allen Politikern und Militärs - die bittere Erkenntnis, dass der Konflikt auch mit mehr Waffen nicht zu lösen sei. Die Ukraine muss immer noch ihren Standort finden - in Dialog und Ausgleich. Im Lande und darüber hinaus. Vielleicht wird sie sogar doch noch eine Brücke zwischen Europa und Russland.

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