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neues deutschland: Beschluss der Afrikanischen Union: Herausforderung Boko Haram

Berlin (ots) - So bitter es klingt: Von Sitzblockaden wird sich die Terrormiliz Boko Haram nicht beeindrucken lassen. Deshalb plant die Afrikanische Union (AU) nun, mit einer regionalen Eingreiftruppe von 7500 Soldaten die nigerianische Armee zu unterstützen. So ernst man die auf dem AU-Gipfel geäußerte Besorgnis über die von Boko Haram verübten Verbrechen nehmen muss, so wenig durchdacht scheint dieser Schritt, selbst wenn er umgesetzt wird - die UNO soll erst noch von der Finanzierung überzeugt werden. Die AU-Truppen sollen von Soldaten aus Tschad, Kamerun, Niger und Benin gestellt werden. Exakt die Staatsoberhäupter dieser Länder plus Nigerias Goodluck Jonathan hatten im Mai 2014 gemeinsam Boko Haram den Kampf angesagt und einen Anti-Terrormaßnahmen-Plan festgelegt. Passiert ist so gut wie nichts. Trotz des gemeinsamen Feindbildes hält gegenseitiges Misstrauen die Länder davon ab zusammenzuarbeiten. Daran hat sich nichts geändert und darüber wurde beim AU-Gipfel geflissentlich geschwiegen. Was auch immer bei der AU beschlossen wird: Ohne ein Konzept bei der nigerianischen Regierung, wie über militärische Maßnahmen hinaus der rückständige Norden befriedet wird, wird die Region auf Jahre eine Zone der Unsicherheit bleiben. Die Neuwahlen in Nigeria Mitte Februar sind weit wichtiger als dieser AU-Gipfel. Die potenzielle Lösung liegt in Abuja. Und sie liegt in einem Mix aus Repression und Reintegration.

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