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neues deutschland: Die Geister, die sie riefen

Berlin (ots) - In Thüringen hat ein Teil der CDU damit geliebäugelt, etwas zu verhindern, das diese Leute für einen Tabubruch halten: einen linken Ministerpräsidenten. Dafür spielt die CDU schon seit Monaten mit dem Feuer - und wird es schwer haben, den Brand auszutreten. Die Mauer der Abgrenzung zur AfD war schon länger löchrig; jetzt wurde der Rechtspartei für ein paar Zentimeter Vorsprung im parteiinternen Machtkampf der Thüringen-CDU weiteres Gewicht verliehen. Die angebliche »Alternative« kann sich freuen - und mit ihr jubelt eine gesellschaftliche Grauzone, in welcher die Grenze zwischen Aversion und Aggression immer öfter verschwimmt. In Thüringen ist, das kann nicht deutlich genug ausgesprochen werden, eine gefährliche Gemengelage entstanden. Politiker und Parteibüros werden attackiert, es wird auf Demos gemeinsam mit Rechtsradikalen Front gegen Rot-Rot-Grün gemacht, es wird ein Antikommunismus in Stellung gebracht, der in seiner Warnung vor einem neuen »SED-Staat« mit bundespolitischer Unterstützung rechnen kann. Die Welle, die so entstanden ist, wurde von der Aufwertung der AfD durch die CDU mit angetrieben. Ohne die Landtagsstimmen der stark geredeten Rechtspartei hätten jene, die den LINKEN Ramelow verhindern wollen, heute nichts in der Hand, das ihnen eine Option wäre. Hierin, im gefährlichen Spiel mit dem Gedanken an ein rechtes Bündnis gegen eine demokratische Mehrheit, liegt der wahre Tabubruch von Thüringen.

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