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neues deutschland: Sinkende Renten und steigende Altersarmut: Alter schützt vor Armut nicht

Berlin (ots) - Ob Armut in jungen Jahren oder im Alter schlimmer ist, diese Frage ist ebenso sinnlos wie nicht zu beantworten. Doch die steigenden Zahlen der Grundsicherungsbezieher im Rentenalter sind auf jeden Fall ein deutliches Zeichen dafür, wohin eine Gesellschaft steuert, in der existenzsichernde Löhne in vielen Branchen die Ausnahme geworden sind, Langzeitarbeitslose kaum Chancen auf einen neuen Job haben und die Politik das Rentenalter anhebt, während sie gleichzeitig das Rentenniveau absenkt. Und die Situation wird sich verschärfen: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt konstant bei einer Million - wenn sie in den nächsten Jahrzehnten ins Rentenalter eintreten, werden sie ihren Lebensunterhalt nicht allein sichern können. Zusätzlich sind 1,9 Millionen Kinder auf Hartz IV angewiesen. Aus armen Kindern aber werden erfahrungsgemäß oft arme Erwachsene und damit am Ende auch arme Rentner. Demografische Ausreden, wie sie die Regierung an dieser Stelle gerne bemüht, reichen als Erklärung dafür nicht aus: Zwar steigt die Anzahl der Älteren an der Gesamtbevölkerung, der Anteil der armutsgefährdeten Älteren jedoch steigt schneller: So waren im Jahr 2005 noch 22 von 1000 Menschen in der Altersgruppe ab 65 auf Sozialhilfe angewiesen; Ende 2013 bereits 30 von 1000. Diese Entwicklung ist derzeit wohl kaum zu stoppen; zukunftsweisende Politik könnte sie aber wenigstens verlangsamen und jüngeren Generationen die Angst vor der Armut im Alter nehmen.

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