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neues deutschland: Ratlosigkeit, was Kobane helfen kann: Einfach auf den Tisch hauen?

Berlin (ots) - Die Grüne Claudia Roth hat kein Verständnis dafür, dass Erdogan dem Überlebenskampf in Kobane tatenlos zusieht. Das ist ehrenwert, gibt dem türkischen Präsidenten aber wenig Anlass zur Besorgnis. Was die Bundestagsvizepräsidentin fordert, um den Kurden dort zu helfen, klingt nach realitätsferner Wahrnehmung. Möge doch »die NATO«, so Roth, » jetzt mal auf den Tisch hauen und sagen: Es kann nicht sein, dass das NATO-Partnerland Türkei eine solche dreckige Politik betreibt.« Wer NATO sagt, meint meist USA. Man sollte also zuerst fragen, ob es da überhaupt einen essenziellen Interessenkonflikt zwischen NATO/USA einerseits und Türkei andererseits gibt. Und selbst wenn die Antwort darauf halbwegs zufriedenstellend ausfällt: Man vergesse doch nicht, dass überall dort im Nahen Osten, wo US-Militär in jüngster Zeit »auf den Tisch haute«, sich damit im wohlverstandenen Sinne der Betroffenen wenig bis nichts besserte und zusätzlich der Tisch in Trümmern lag. Das Dilemma der Ratlosigkeit betrifft aber wohl alle, die aufrichtige - also gänzlich andere als die offiziöse türkische - Besorgnis umtreibt, und dazu zählen gewiss jene Politiker der LINKEN, die ein militärisches Eingreifen zugunsten bedrängter Zivilisten angesichts fehlender praktischer Alternativen nicht ausschließen mögen bzw. für wünschenswert halten. Indes, es wäre Feigheit vor dem Freunde, wenn man dann nicht sagt, wer dieser Helfer in der Not sein sollte.

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