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neues deutschland: Zum Unkraine-Konflikt

Berlin (ots) - Gewiss ist die Waffenruhe in der Ukraine höchst verletzlich. Feuerwechsel werden von hier und dort, von dieser und jener Seite berichtet. Doch die Brüchigkeit der Vereinbarung ist nicht zuerst Kämpfern jeder Seite geschuldet, die hier provozieren wollen oder dort die Nerven verlieren. Scheint die Waffenruhe gerade ihnen zugedacht zu sein, benötigt sie doch weit größere Ausdehnung. Erst dann ließe sie eine ernsthafte Wende zum Frieden erhoffen. Die Präsidenten Russlands und der Ukraine sind Oberkommandierende und gewiss keine Tauben. Die Minsker Vereinbarung dürfte ihnen schwer gefallen sein. Zumindest lag ihr wohl die Erkenntnis zugrunde, dass der Konflikt nicht mit Waffengewalt und weiteren Tausenden Todesopfern entschieden werden kann. Nun soll es zu Verhandlungen aller und einem Sonderstatus für die Ostukraine kommen. Damit zu beginnen, hätte viel Tod und Leid verhindern können. Doch aus Kiew keift der erklärte US-Boy und Premier Jazenjuk gegen den Friedensplan und schimpft die Verhandlungsgegner »Banditen und Terroristen«. NATO-Staaten schicken Waffen, rücken im Bündnis in Osteuropa vor. Die EU bietet Russland mehr Sanktionen. Antwort auf die erste ernsthafte Entspannung seit Monaten ist eine Verschlechterung der Beziehungen zu Russland um jeden Preis. Ein Augenblick der Hoffnung auf den Neuanfang hätte besseres verdient als die alten Muster: mindestens erst einmal eine Waffenruhe für alle.

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