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neues deutschland: Folgerungen aus dem NSU-Untersuchungsbericht: Scham, Wut, Mitgefühl -und was noch?

Berlin (ots) - Die Debatte zum Bericht des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses war quälend: Scham und Verzweiflung wechselten sich ab mit Sorge und Wut. Wie erst müssen die Angehörigen der Opfer gelitten haben bei all dem, was über die Untätigkeit, Unfähigkeit und Versuche der Vertuschung des rechtsextremistischen Terrors gesagt werden musste - und wurde! Die Debatte ist nicht beendet. Denn noch ist nicht gesichert, dass der NSU-Terror wirklich so einmalig bleibt, wie er bislang dargestellt wird. Geheimdienste, Polizei, Staatsanwaltschaften wurden als mitschuldig an der Ermordung von zehn unschuldigen Menschen benannt. Doch der Blick ist zu eng. Nicht nur, weil im geeinten Deutschland mindestens 180 Menschen aus rassistischen Gründen umgebracht worden sind. Alle Demokraten müssen sich von dem Bericht angesprochen fühlen. Neben den Mitarbeitern von Sicherheits- und Justizbehörden sollten sich Lehrer, Sozialarbeiter, S-Bahn-Fahrer, Kneipenwirte, Eltern mit den bewiesenen Erkenntnissen der parlamentarischen Rechercheure und den bislang nur vermuteten Fakten befassen. Und was ist mit uns Journalisten? Wir dürfen keinesfalls Abwieglern dienstbar sein, die den NSU und das Problem Rassismus auf drei fehlgeleitete Jenaer Freunde reduzieren. Einfacher ist die Achtung des Einzelnen, sind Freiheit und Toleranz, die doch jeder zurecht für sich einfordert, nicht zu haben.

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