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neues deutschland: Pro-Asyl-Referent Kopp: "Beschämende europäische Verweigerungshaltung" gegenüber syrischen Flüchtlingen

Berlin (ots) - Der Europareferent der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl kritisiert die Politik der EU-Mitgliedsstaaten zur Aufnahme weiterer Syrien-Flüchtlinge. "Alle politisch Verantwortlichen bezeichnen die Flucht aus Syrien als die größte humanitäre Katastrophe in diesem Jahrhundert, sie reden von Solidarität mit Flüchtlingen und den Nachbarstaaten Syriens. Zeitgleich passiert nichts in der EU in Richtung konzertierter Flüchtlingsaufnahme", schreibt Kopp in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung "neues deutschland" (Donnerstagausgabe). Im vierten Jahr des Bürgerkriegs in Syrien stelle sich für Europa nicht mehr die Frage, ob Schutzsuchende auf den Kontinent kommen. "Es geht nur noch um den humanitären Preis dafür: Werden sie als Leichen angeschwemmt, an den Landesgrenzen gewaltsam zurückgeprügelt, inhaftiert in Elendslagern an den Außengrenzen und dann in die Obdachlosigkeit geschickt oder ist Europa bereit, den Fliehenden diese Martern zu ersparen."

Vorstöße wie jenen von EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström in der vergangenen Woche, mehr legale Zugangswege für Flüchtlinge zu ermöglichen sowie die Ankündigung, finanzielle Mittel bereitzustellen, sind laut Kopp nicht ausreichend. "Diese Appelle verhallen bis jetzt weitgehend ungehört, weil der politische Wille der EU-Mitgliedsstaaten fehlt." Kopp fordert, nicht nur sichere Wege für syrische Flüchtlinge nach Europa zu öffnen, sondern auch die europaweite Aufhebung der Visumpflicht sowie eine deutliche Erhöhung der Aufnahmeplätze. Jenseits der humanitären Aufnahmeprogramme müssten zudem unbürokratische Familienzusammenführungen ermöglicht werden.

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