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neues deutschland: Konflikt in der Ukraine: Mäßigung statt Geltungssucht¶

Berlin (ots) - Nicht allein tiefes Erschrecken und Reue bestimmen den Umgang mit den inzwischen tödlichen ukrainischen Ereignissen. Besinnen oder gar Innehalten wäre nötig - von jedem und überall. Regierende und Oppositionelle in Kiew versuchten immerhin Dialog. Besonders aber westliche Politiker erkennen keine eigene Schuld - die weisen sie anderen zu. Einlenken muss immer der andere. Ein unwürdiges Schauspiel auf großer und mittlerweile blutiger Bühne. Die ist nun einmal international. Denn die Krise brach aus, als sich die Ukraine zwischen der EU und Russland entscheiden musste: entweder oder. Die eine Seite machte Druck, die andere ebenfalls, dazwischen die Ukraine wie Buridans Esel. Zu Gesprächen aller Beteiligten oder gar zu einem dritten Weg kam es nicht. Kiew musste deshalb das wählen, was es für den Augenblick als weniger schmerzlich ansah. Es wurde die erwartete Zerreißprobe. Sie wird derzeit als Kampf um die Macht brutal auf den Straßen ausgetragen und gerät außer Kontrolle. Parteinahme in den USA und der EU, die Androhung von Strafmaßnahmen oder sogar schon deren Durchsetzung sind Öl ins Feuer. Zu den unglückseligen Auslösern des Konfliktes gehören auch westliche Akteure mit fehlender Weitsicht und ihrer Unfähigkeit zum Kompromiss. Verbrüderungen mit Demonstranten und der Ruf nach mehr Druck mögen dem eigenen Profil nützen. Doch lebenswichtig sind nicht geltungssüchtige Politiker, sondern Dialog und Mäßigung.

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