neues deutschland: zum OECD-Bericht über Arbeitsmigration

Berlin (ots) - Der Bericht der OECD macht es wieder einmal deutlich: Unter internationalen Fachkräften auf der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz genießt die Bundesrepublik keinen guten Ruf. Dies hat viele Gründe. Einer ist sicherlich die fehlende Willkommenskultur. Hierzulande werden Migranten immer noch misstrauisch beäugt. Wenn von Einwanderung die Rede ist, dann oft von jener in die Sozialsysteme. Mit der Furcht vor einer vermeintlichen Ausländerschwemme macht nicht nur die NPD Wahlkampf. Unvergessen etwa jenes »Kinder statt Inder«, mit dem der damalige Spitzenkandidat der NRW-CDU Jürgen Rüttgers auf Stimmenfang ging. Nun bleiben jene Inder fern, auf die die deutsche Wirtschaft hofft. Die OECD kritisiert ausdrücklich den »Anwerbestopp mit Ausnahmen«. Arbeitsmigration ist nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Auch Hetzjagden auf Ausländer oder Terrorzellen, die Migranten hinterhältig töten, sorgen international für Schlagzeilen, die nicht dazu angetan sind, Deutschlands Image zu verbessern. Zumal die Bundesrepublik noch ein Problem hat, für das sie nichts kann: die Sprache. Deutsch ist ein Standortnachteil gegenüber anglophonen Ländern, in denen die Weltsprache Englisch auch Amtssprache ist. Eine ganz andere Frage lässt die OECD aber unerwähnt: Wie gerecht ist es, wenn reiche Industrienationen ihre Fachkräfte in armen Ländern rekrutieren, wo diese teilweise zu enormen Kosten ausgebildet wurden?

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