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Neues Deutschland: zum neuen Integrationskonzept der Bundesregierung

Berlin (ots) - Das Kabinett hat gestern ein neues Integrationskonzept vorgestellt. Wieder einmal wird versucht, die versäumte Integration von Migranten in Deutschland zu korrigieren. Jetzt soll es die Bildung richten: Lehramtskandidaten mit Migrationshintergrund sollen an die Unis gelockt werden, so wie vor Jahrzehnten um Lehrer aus dem Arbeitermilieu geworben wurde. Letzteres ging mächtig nach hinten los: Arbeiterkinder haben deutlich schlechtere Schulabschlüsse als ihre Schulkameraden aus anderen Gesellschaftsschichten. Die soziale Herkunft entscheidet besonders in Deutschland über Bildungserfolg oder -misserfolg. Dass dieses Modell nun als Vorbild für eine bessere Integration herhalten muss, lässt nichts Gutes erahnen. Im Zuge der aktuellen Integrationsdebatte wird eine Forderung laut, die aufhorchen lässt: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) will 500 000 Einwanderer zusätzlich pro Jahr. Dass dieses Institut dabei nicht den verarmten Kleinbauern aus Burkina Faso im Sinn hat, ist wohl eindeutig. Das DIW denkt eher an den Computeringenieur aus Indien, der Deutschland »nicht auf der Tasche liegt«, sondern »voranbringt«. Die Tür in die Bundesrepublik soll einen Spalt geöffnet werden, damit einige Wenige, die die Wirtschaftskonzerne zur Profitmaximierung gut gebrauchen können, hindurchschlüpfen. Der Rest muss draußen bleiben.

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