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Neues Deutschland: zur Situation in Duisburg

Berlin (ots) - Auch heute auf der offiziellen Duisburger Trauerfeier für die 21 Toten dürfte die Erbärmlichkeit, mit der die Organisatoren der Love Parade ihrer Verantwortung mit wechselseitigen Schuldzuweisungen zu entwischen suchen, nicht auszublenden sein. In die Trauer mischt sich seit Tagen nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen Verachtung für diejenigen, die die Folgen ihres leichtfertigen Umgangs mit der Sicherheit der Raver nicht tragen wollen. Und in der Union herrscht hektische Betriebsamkeit, weil Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, der seit dem vergangenen Sonntag mit Rücktrittsforderungen konfrontiert wird, aber inzwischen abtauchte, zur Belastung für die CDU geworden ist. Dass die Lage seit gestern eine andere wäre, weil zumindest ein möglicher Grund für die Zögerlichkeit Sauerlands - der drohende Verlust seiner sämtlichen Pensionsansprüche - bekannt geworden ist, kann man nicht sagen. 21 Menschenleben und mehr als 500 Verletzte sind nicht mit Rentenansprüchen aufzuwiegen. Das Stadtoberhaupt trägt nach wie vor zumindest die politische Verantwortung für das Desaster. Dennoch sollte zu denken geben, mit was für einem Landesbeamtengesetz in NRW hantiert wird. Wenn darin ein Rücktritt gar nicht oder nur zum Preis einer komplett entwerteten Lebensleistung vorgesehen ist, braucht man sich über unerträgliches Beharrungsvermögen oder Opportunismus manches Kommunalpolitikers nicht zu wundern. Die LINKE im Stadtrat hat den Vorschlag gemacht, mit einer vorgezogenen Abwahl Sauerlands aus dem aktuellen Dilemma zu kommen. Danach aber muss die neue NRW-Ministerpräsidentin ihre Kraft unbedingt in ein neues Beamtengesetz stecken.

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