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Neues Deutschland: zum Prozess in Dresden wegen tödlicher Messerattacke auf Ägypterin

Berlin (ots)

Der Killer ist ein Russe. Aha, das passt! Der Russe
kommt aus Perm ... Perm? Keine Ahnung, irgendwo in Sibirien... Nicht 
ganz? Egal, aber so sind die da ...alle.
 Und wie sind »die«, wenn sie hier sind? Als Deutsche »heimgeholt«, 
weil sie in die ach so christliche wie demokratische Wahlarithmetik 
passten. Bestenfalls »befördern« wir sie zu »Russlanddeutschen« oder 
»Deutschrussen«.  Jetzt, denn für Nazi-Opa wären sie ewig nur »Iwans«
geblieben.
 Alex W. ist auch vielleicht irgendwie ein Opfer, doch vor allem ein 
Mörder. Das Gericht wird sachgerecht über niedere, vermutlich 
rassistische Gründe urteilen. So wie es einen Schulze, eine Frau 
Müller oder jemanden, dessen »fremden« Namen nicht einmal gewiefte 
Gerichtsreporter richtig schreiben, verurteilen würde.
 Alle, die jetzt sagen, dass die Richter in Dresden unter gnadenlosem
Druck stehen, haben Recht. Denn zu viele möchten jetzt politische und
kulturelle Unbelehrbarkeiten simpel per Urteil überwinden. Was nicht 
geht! Das Gericht ist aufgefordert, auf der Basis deutscher Gesetze 
zu urteilen. Wenn es das tut, kann es nicht nur über die grausame Tat
von Alex W. richten. Es muss unser gesellschaftliches Dasein 
bewerten. Alex W., der wurzellose Aussiedler, der Hartz-IV-Träumen 
vertraute und dessen Intellekt nur ausreichte, Naziparolen zu 
übernehmen, ist in seiner mörderischen Konsequenz eine Ausnahme. 
Untypisch ist er nicht. Und das hat nichts damit zu tun, dass er aus 
Perm kommt.

Pressekontakt:

Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/2978-1721

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