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Neues Deutschland: zur Debatte um die Bundeswehr in Kundus

    Berlin (ots) - Bundeswehr-Oberst Georg Klein hat einen Befehl gegeben, US-Jagdbomber klinkten zwei GPS-gesteuerte Bomben aus. Die sprengten hundert oder mehr Menschen in die Luft, wandelten andere zu brennende Fackeln. Der Oberst tat, was er gelernt, trainiert und was seine Regierung ihm befohlen hat.  Dass sein Tun verbrecherisch sein könnte, kam ihm nicht in den Sinn. Wie auch, wenn sein Minister sich weigert, den Hindukusch-Einsatz als Krieg zu benennen? Wie auch, wenn dieser verlogene CDU-Minister - wie die Kanzlerin am Sonntag vor einem Millionen-TV-Publikum bestätigte - ihr Vertrauen genießt? Wie auch, wenn ihr SPD-Konkurrent und Außenminister, statt zu widersprechen, eine Rückzug-Legende zimmert - die so verlogen ist wie einst Schröders Sprüche über die deutsche Nicht-Beteiligung am Irak-Überfall? Wer im Krieg falsche Befehle gibt, kann zum Verbrecher werden. Was aber ist mit denen, die Krieg befehlen? Die bekommen TV-Shows! Oberst Klein glaubte der Propaganda, dass er in Afghanistan das ferne Deutschland vor Terroristen und vor Ort seine Soldaten vor den Taliban schützen muss. Gerade jetzt vor den Bundestagswahlen, so ängstigt uns  die Regierung, sei das Risiko für uns alle groß. Irgendwie stimmt das, wenn man als Risiko den Fall annimmt, dass wieder Leute an die Macht gewählt werden, die Krieg mit Politik verwechseln und Obristen in die Welt schicken.

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