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Neues Deutschland: Lesben und Linkshänder

    Berlin (ots) - Die Mehrheitsverhältnisse in Sachen Grundgesetz und Sexualität sprechen eine eindeutige Sprache. Lediglich ein Abgeordneter aus den Reihen der FDP fand sich unter den Befürwortern des rot-rot-grünen Antrags aus dem Berliner Abgeordnetenhaus, den Artikel 3 des Grundgesetzes um den Schutz der sexuellen Identität zu erweitern. Kein einziger aus der CDU - und das, obwohl die Hauptstadt als liberal gilt und Homosexualität bekanntlich nicht mit Parteizugehörigkeiten korreliert.

    Wenn sich Berlin im Bundesrat für eine solche Verfassungsänderung einsetzen will, wird die Stadt um Verbündete kämpfen müssen. Bereits Anfang der 90er Jahre wollte die Verfassungskommission den Schutz der sexuellen Identität in das Grundgesetz aufnehmen und scheiterte trotz eindeutiger Voten von Sachverständigen am Widerstand der CDU und CSU. In deren Kreisen fragte man damals hämisch, ob nicht auch Brillenträger und Linkshänder verfassungsrechtlich geschützt werden sollten.

    Man wird sehen, ob die Lage heute anders ist. Einem Zeitungsbericht aus dem Land Brandenburg zufolge sind Schwule und Lesben auf dem Land besonders oft Opfer von Übergriffen. Das zeigte die Inanspruchnahme eines Notrufs, der im vergangenen Jahr eingerichtet worden war. Täter sind Rechtsradikale, an zweiter Stelle folgen Angehörige der Betroffenen. Die meisten Delikte sind Beleidigungen. So viel zu der nicht seltenen Behauptung, die Erweiterung des Grundgesetzes sei unnötig.

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