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Neues Deutschland: zur Konjunktur in Deutschland

    Berlin (ots) - Der Verbraucher ist ein seltsames Wesen. Erst behauptete alle Welt, ihm gehe es dank brummender Konjunktur immer besser - und er bemerkte offenbar nichts vom Aufschwung. Jetzt stellt die Wirtschaftswelt fest, die fetten Zeiten seien vorbei, der Verbraucher werde den Gürtel enger schnallen - und wieder setzt sich dieser über alle Professorensprüche hinweg. Doch in Sachen Verwirrung steht ihm die Politik in nichts nach. Was den einen ein maßgeschneidertes Konjunkturprogramm, ist den anderen der Tropfen auf den heißen Stein. Steuersenkungen, den einen Wundermittel gegen Rezession, sind den anderen Teufelszeug. Es mag den Haushältern überlassen bleiben, wen sie im »Überbietungswettbewerb hoch dimensionierter Konjunkturprogramme« bedenken wollen, vor dem Peer Steinbrück sich so fürchtet. Eines allerdings verdient es, festgehalten zu werden: Steinbrück fürchtet sich zu Recht. Nicht einer der Gründe, die zur jetzigen Krise geführt haben, ist Teil der Überlegungen der Großen Koalition. Das Konjunkturprogramm sieht nichts vor, was in das freie Spiel der Finanzmärkte eingreifen würde. Weshalb auch alle Sprüche vom nahen Ende des Kapitalismus nur ein mitleidiges Lächeln verdienen. Steinbrücks Sorge ums System ist die Furcht vor der Anarchie - doch diese ist nicht weniger als Teil des Systems. Was schon daran zu sehen ist, dass angeblich nur der Verbraucher es noch retten kann.

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